Presse

Einzelbetriebliche Förderung

EU-Parlamentarier und Gäste berieten in Perleberg zur Landwirtschaft


Perleberg Zum Meinungsaustausch "Was werden die Reformen der Europäischen Agrar- und Strukturpolitik strukturschwachen ländlichen Regionen, insbesondere der Prignitz, bringen?" hatte die Parlamentsfraktion Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke des Europäischen Parlaments am Donnerstag in den "Neuen Hennings Hof" eingeladen.

Abgeordnete aus Deutschland, Portugal, Spanien, Gäste aus Polen und zahlreiche Vertreter der Prignitz, vor allem aus der Landwirtschaft, der PDS und der Verwaltung, wie Landrat, Perlebergs Bürgermeister, aber auch Staatssekretär Dietmar Schulze aus dem Landwirtschaftsministerium, nahmen daran teil.

"Die Förderpolitik der EU für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum ist politische Notwendigkeit und wirtschaftliche Solidarität", unterstrich die Prignitzer EU-Abgeordnete Christel Fiebiger (PDS). In Brandenburg seien 76 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wegen der natürlichen und wirtschaftlichen Standortbedingungen als benachteiligtes Gebiet eingestuft. "In der Prignitz brauchen wir eine einzelbetriebliche Förderung, ohne die landwirtschaftliche Betriebe bei einer Verschärfung der Marktsituation gefährdet sind. Notwendig sind stärkere Investitionen als sie die Modulation hergibt."

"2600 Beschäftigte, das sind nur 1,7 Arbeitskräfte je 100 Hektar, leisten in der Landwirtschaft der Prignitz eine sehr effektive Arbeit", stellte Landrat Hans Lange dar und bezeichnete die infrastrukturelle Förderung als sehr notwendig. Kritisch merkte er eine weitere Ausweisung von Schutzgebieten an, die mit einer starken Nutzungseinschränkung für die Landwirte einhergeht. "Mit unter 50 Einwohnern pro Quadratkilometern haben wir eigentlich schon reine Natur."

Kritisch auch Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes: Die EU-Beschlüsse lassen eine unterschiedliche Umsetzung in den Ländern und gar Regionen zu und führen zu Marktverschiebungen und Wettbewerbsverzerrungen zum Nachteil der Erzeuger. M.D.

Artikel aus der Tageszeitung Der Prignitzer vom 20.September 2003
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