Reden

SITZUNG AM MITTWOCH, 28. FEBRUAR 2001

Frauen aus Mittelmeerländern und Globalisierung

Fiebiger (GUE/NGL). - Herr Präsident! Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union betreiben Frauen- und Familienpolitik. In welcher Form sie das tun, hängt im wesentlichen von den Verfassungen der Länder und deren politischen Instanzen ab. Trotz einiger Fortschritte in der Behandlung der Frauen in bezahlter Erwerbstätigkeit und bei der Umsetzung von Gleichstellungsgrenzen in ganz Europa bleibt die geschlechterspezifische Ungleichheit weiter bestehen. Die Hauptthemen werden im Bericht richtig dargestellt. Das ist die Darstellung der Situation hinsichtlich der selbständigen Erwerbstätigkeit von Frauen, das sind die geschlechterspezifischen Lohngefälle, das sind Unterschiede in den Beschäftigungsformen und unbezahlte Arbeit. Das wirtschaftliche Auf und Ab hat gravierende Folgen für die individuellen Lebensbedingungen der Familien, an deren Lasten die Frauen schwer zu tragen haben. Zum bevorstehenden 8. März soll sich der Standpunkt durchsetzen, dass die Leistungen eines Menschen stärker ins Gewicht fallen als sein Geschlecht. Häusliche Gewalt und stereotype, um nicht zu sagen mittelalterliche Darstellungen über die Leistung von Frauen für die Gesellschaft sollten endgültig zur Vergangenheit gehören. Ich wünsche mir ein Europa mit einer Kultur, wo die Würde von Mann und Frau, von Ausländern, von Einwanderern ein Zugewinn und keine wirtschaftliche Belastung ist. Der Bericht schätzt ein, dass es damit nicht zum Besten bestellt ist. Trotzdem nimmt die Zahl der Einwanderungsstände zu, woraus sich schlussfolgern lässt, dass es wirklich Zeit wird, in der Europäischen Union beste Bedingungen zu schaffen, sonst könnten sich die Konflikte verschärfen. Der Bericht sollte diese Aufgaben in größerem Umfang abdecken. Ich erinnere an die bevorstehende Osterweiterung, indem viele Frauen andere Traditionen und andere Kulturen mitbringen, die es zu bedienen und nicht auf einen Bereich auszugrenzen gilt.

Start