Reden

SITZUNG AM DIENSTAG, 10. FEBRUAR 2004

EU-Agrarreform erfordert wissenschaftliche Begleitung


Standpunkt zum Bericht über Landwirtschaft und Agrarforschung im Rahmen der Reform der GAP
Der Initiativbericht über Landwirtschaft und Agrarforschung im Rahmen der Reform der GAP hat meine volle Zustimmung.
Ich hoffe, dass die Kommission daraus die richtigen Schlussfolgerungen zieht, zumal der mit der GAP-Reform einzuleitende Paradigmenwechsel in der Förderpolitik viele neue Fragen aufwirft, die der wissenschaftlichen Begleitung bedürfen.
Auch wünsche ich mir, dass die Regierungen den Bericht studieren und über den Zukunftswert moderner Agrarforschung, die auf die Einheit von wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit gerichtet ist, gründlich nachdenken.
Ich betone das, da unter dem Druck knapper Haushaltsmittel in verschiedenen EU-Ländern, so auch in Deutschland, die Mittel für die Agrarwissenschaften gekürzt und sogar ganze Agrarfakultäten, wie die der Berliner Humboldt-Universität, zur Disposition gestellt werden. Das dürfen wir nicht zulassen. Die Landwirtschaft ist doch ein Schlüsselbereich für den unabdingbaren sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft, ohne den es keine Zukunft geben wird.

Mit Blick auf die gerade beendete Debatte zum Tagesordnungspunkt „Entwicklung der Landwirtschaftlichen Einkommen“, bin ich froh, dass mein Antrag,die Forschung zu Produktions- und Einkommensalternativen in den ländlichen Räumen als einen Schwerpunkt der Forschungspolitik zu behandeln und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu bewerten, Aufnahme in den Bericht gefunden hat.
Aufgrund der europäischen Agrarmarktsituation, der produktionstechnischen Fortschritte in der Landwirtschaft und der Notwendigkeit der Stärkung der wirtschaftlichen Basis in den ländlichen Räumen sind dringend neue Alternativen für die stoffliche Verwertung von landwirtschaftlichen Produkten und Holz zu erforschen sowie Innovationen für das ländliche Gewerbe zu erbringen.

Es ist mir auch wichtig gewesen, dass der Ausschuss meinem Antrag gefolgt ist und die Erforschung der komplexen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Nahrungsmittelqualität, tatsächlichem Ernährungsverhalten und Gesundheit als Schwerpunkt benannt hat.
Hier mehr zu tun, ist ein Erfordernis, um die enormen ernährungsbedingten Gesundheitskosten zu senken. Letztlich geht es auch um das Images der Land- und Ernährungswirtschaft.
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